Gesundheit

 
Im folgenden werden Auswirkungen einzelner Schadstoffe beschrieben.

Schwefeldioxid und Stickoxide
Über zwei Drittel der Schwefeldioxidemissionen in Europa gehen auf das Konto von Kohlekraftwerken, außerdem fast die Hälfte aller Stickoxidemissionen im Stromsektor. Damit tragen Kohlekraftwerke zur Smogbildung bei, schädigen Atemwege und empfindliche Ökosysteme

Feinstäube
Feinstäube gelangen mit den Abgasen und durch Tagebaue in die Umwelt. Sie gelangen tief in die Lunge und von dort in den Blutkreislauf, wo sie unter anderem Atemwegserkrankungen, Asthma, Lungenkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen, wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle, verursachen können.

Schwermetalle
Kohlekraftwerke blasen jährlich mehrere Tonnen giftiger Schwermetalle in die Atmosphäre, darunter Quecksilber, Blei, Arsen oder Kadmium. Braunkohlekraftwerke sind für den größten Teil der Quecksilberemissionen in Deutschland verantwortlich. Das Kraftwerk Schwarze Pumpe emittiert beispielsweise jährlich 271 kg Quecksilber, das Kraftwerk Jänschwalde 350 kg / Jahr. Die Schwermetalle gelangen entweder über die Luft direkt in die Lunge, oder mit dem Regen in Gewässer und Böden und damit letztlich auf unsere Teller. Quecksilber und Blei können das Gehirn und weitere Organe schädigen, Arsen und Kadmium können Lungenkrebs verursachen.

Radioaktive Isotope
Braunkohle enthält radioaktive Isotope wie Uran-238, Thorium-228, Radon-222 und andere. Diese Isotope können beim Abbau, bei der Verbrennung und mit der Kraftwerksasche freigesetzt werden  . Einige dieser Isotope können als Alphastrahler bereits bei Aufnahme kleinster Mengen im Körper massive biologische Schäden verursachen.

Sulfat
Sulfat gelangt aus Braunkohletagebauen in Gewässer. Beim Umgraben der Bodenschichten verbinden sich dort eingeschlossene Schwefelverbindungen mit Luftsauerstoff zu löslichem Sulfat. Dieses Sulfat wird vom Grundwasser ausgewaschen und gelangt in Flüsse und Seen. Für Trinkwasser besteht ein Grenzwert von 250 mg/Liter. Sulfat kann bei empfindlichen Personen zu Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen führen. Darüber hinaus greift Sulfat in höheren Konzentrationen Betonbauwerke und Rohrleitungen an. In Berlin werden über 1 Million Menschen mit Trinkwasser aus Uferfiltrat der Spree versorgt. Diese Trinkwasserversorgung würde durch steigende Sulfatkonzentrationen in der Spree beeinträchtigt. Wird der Grenzwert überschritten, muss beispielsweise Wasser aus unbelasteten Quellen zugemischt werden, was die Trinkwasserversorgung erschwert und verteuert.

Psychosoziale Belastungen durch Umsiedlungen
Der Braunkohletagebau frisst immer wieder ganze Dörfer. Dann müssen hunderte, teilweise tausende Menschen umgesiedelt werden. Der damit verbundene Stress kann so massiv sein, dass die Betroffenen dadurch erkranken können.